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Test: Trainingsgerät TurnTillBurn

Submitted by on 12. Juli 2009 – 16:304 Comments
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Auf dem Prüfstand bei den Trainingsgeräten für Fingerkraft steht heute das TurnTillBurn von der gleichnamigen schweizer Firma.
Es verspricht wie der Name erahnen lässt glühende Unterarme. Das Trainingsgerät kommt eigentlich recht unscheinbar daher, aber ich kann schonmal vorwegnehmen das es brennt! Aber so richtig. Ob das auch beim klettern was bringt wird der Praxistest zeigen.

Erster Eindruck

Wie oben schon erwähnt, war ich wirklich überrascht. Das TurnTillBurn ist ein Stahlrohr, gelagert auf Rillenkugellagern. Nicht mehr und nicht weniger. An den Enden findet man jeweils eine Platte mit einem Loch, welches zum befestigen an einer Reckstange oder an der Decke dient.
In der Mitte des weissen Rohrs befindet sich der Logoschriftzug. Das Rohr lässt sich ohne widerstand rollen, kein Geräusch kein “eiern”.
Dem Gerät liegt ein Faltblatt bei auf dem man Sicherheitshinweise und Befestigungstips findet. Auf der Rückseite gibt es natürlich auch einen Basistrainingsplan. Alles in allem ein rundes Paket.

Befestigung & Vorbereitungen

Das TurnTillBurn muss freihängend angebracht werden, wo bleibt dem Benutzer überlassen.
Mögliche Befestigungsmöglichkeiten wären zB.:

  • Decke in der Wohnung / Haus (sofern das Management mit macht)
  • Reckstange im Trainingsraum / Fitnessstudio
  • Balkonunterseite
  • In der Kletterhalle deines Vertrauens

Die einzigen Regeln zum aufhängen sind zum einen, freihängend und zum zweiten müssen die beiden Seile oder Bandschlingen die man verwendet parallel zueinander verlaufen, sonst hängt das Trainingsgerät schief was die Laufeigenschaften beinträchtigt.
Meine Wahl viel auf die Zimmerdecke. . .

Montage

TurnTillBurn Deckenmontage

Man benötigt zwei Hacken.  Hängemattenösen oder Ösenschrauben bieten sich da am besten an. Zwei Dübel passend für deine Deckenkonstruktion, zwei Bandschlingen, zwei Karabiner und eine potente Schlagbohrmaschine wie zum Beispiel ne Hilti ;) (die Länge der Bandschlingen richtet sich nach deiner Körpergröße, dazu aber gleich mehr)

Die Arbeit ist mit ausmessen, anzeichnen und bohren innerhalb von 10 Minuten ruckzuck erledigt. Das TurnTillBurn sollte idealerweise 15cm über dem Kopf hängen. Die Länge der Bandschlinge beziehungsweise des Seils lässt sich grob berechnen: Zimmerhöhe – (Körpergröße + 15cm + Hackenlänge).

Nachdem das Gerät hängt sollte man noch eine weiche Unterlage, eine Matratze oder ein CrashPad unterlegen. Ist das geschehen kann es losgehen…

Handhabung & Übungen

Eingerollt

voll eingerollt

Der Hersteller legt einen übersichtlichen Trainingsplan bei, den man natürlich nach belieben variieren kann.Das Training baut auf vier Etappen auf. Beginnend mit Aufbautraining (Hypertrophie), was was die Muskelkraft und -masse vergrössert, folgt das Maximalkrafttraining (intramuskuläre Koordination). Als dritte Etappe wird die Kraftausdauer (aerobe Kapazität) trainiert. Hat man die letzten 2-4 Wochen Erholungsetappe hinter sich, liegen zwischen 11 und  21 Wochen brennende Unterarme hinter einem.

Am TurnTillBurn kann je nach Trainingsstand einarmig, zweiarmig oder auch nur mit einzelnen Fingern trainiert werden.
Die Übungen unterscheiden sich eigentlich nur durch Menge der Wiederholungen und durch kürzere oder längere Pausenzeiten.

Ausgerollt

komplett ausgerollt

Der Ablauf der Übungen ist immer gleich. Die gelagerte Stange wird mit den Händen um griffen und man hängt frei, oder man nimmt sich, eben je nach Trainingsstand oder Eigengewicht, einen Stuhl zur Hilfe, auf dem man die Füsse stellt um etwas Gewicht zu reduzieren.
In dieser Ausgangsposition rollt man sich nun über die einzelnen Fingerglieder nach unten ab, gerade soweit das man nicht abfällt.
Anfangs erfordert das ein wenig Geduld und Koordination, aber nach wenigen Versuchen sollte man das ganze dann raus haben. In der Endstellung wird nun dynamisch wieder eingerollt, also vom Fingerendglied zurück in die Ausgangsposition.
Hört sich simpel an aber nach der ersten Aufbaueinheit brennt es gewaltig und es macht Laune. Mit einem dicken Grinsen und geschwollenen Unterarmen stand ich damals vor Kathy, die nur den Kopf geschüttelt hat ;)


Man kann und sollte sich natürlich nicht wie wild an den Trainingsplan halten. Ein wenig Abwechslung durch einarmige Ausführung der Übungen, oder den Handrücken nach aussen gedreht anstatt hin zum Körper ändern die Belastung und bringen vielleicht neuen Schwung ins Training.

Der Plan ist durchdacht und bietet einen Überblick über das Machbare am TurnTillBurn.

Preis & Lieferung

Das TurnTillBurn kann nur über das Internet direkt bei TurnTillBurn bezogen werden. Der Preis beträgt 78,- Euro zu dem dann noch 20,-Euro Versand hinzukommen. Auf der Website wird noch auf mögliche Zollgebühren hingewiesen. Bei mir waren das knapp 15,- Euro. Das ist aber Glückssache oder persönliches Pech. Also im schlimmsten Fall kommt man auf 113,- Euro.
Die Lieferung funktionierte einwandfrei. Einzig der Zoll lies sich Zeit.

Fazit

TurnTillBurn

TurnTillBurn

Wenn ich zum Abschluss noch etwas negatives aufzählen müsste, wäre das wohl die Oberfläche der Stange. Sie ist vielleicht für manche ein wenig zu glatt. Letztendlich schont das aber die Fingerhaut. Die Übungen werden ja wie oben erwähnt bis zur Erschöpfung durchgeführt, was schlußendlich zu einem abrutschen an der Stange führt. Daher wäre eine angeraute oder gar strukturierte Achse eher unangenehm. Alles in allem ein rationelles Trainingsgerät so wie vom Hersteller auf der Website beworben. Es tut genau das was es verspricht. Zusammen bringt der durchdachte Trainingsplan und das TurnTillBurn die Fingerbeugemuskulatur der Unterarme zum glühen. Die vorgeschlagenen Einheiten lassen sich natürlich variieren, damit das ganze nicht eintönig wird. Wie bei allem neuen sollte man sich zuerst einmal mit dem Gerät vertraut machen, und sehen wie der Körper auf das Training anspricht und reagiert. Zu schnell sind schon mit anderen Geräten oder Übungen Verletzungen durch Übertraining passiert. Das Trainingsgerät belastet, sofern richtig genutzt, die komplette Fingerbeugemuskulatur. Das ist ein imenser Vorteil gegenüber anderen Fingertrainern.

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