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3. August 2011 – 08:42 No Comment

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Test: Scarpa Feroce Kletterschuh

Submitted by on 23. Juni 2009 – 12:449 Comments
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Der italienische Schuhhersteller Scarpa brachte 2008 den Feroce auf den Kletterschuhmarkt. Eine Fusion zwischen dem damals bereits erhältlichen Spectro und der ebenso neuen Modelle Mago und Booster. Durch einen schmäleren Leisten und die neue XS-Grip Sohle von Virbam soll der Feroce die Lücke zwischen Highendwaffe und bequemen Kletterschuhen schliessen. Der Test wird zeigen ob er das schafft.

Erster Eindruck

Feroce – erbarmungslos, wild!

Scarpa Feroce Auspacken

Scarpa Feroce Auspacken

Schon nach dem Auspacken erkennt man eine gewisse aggressive Aufmachung. “Feroce” prangert auf der oberen Lasche der in papageirot gehaltenen Allzweckwaffe. Ein starker Downturn der zusammen mit einer ausgeprägten Zehenspitze und einer moderate Vorspannung den Weg frei für Überhänge macht.  Die flache Zehenbox macht einen bequemen Eindruck. An der Ferse sind neben den zwei Einstiegslaschen auch Leisten, ähnliche eines Widerhakens zu sehen, was einem das hooken erleichtern soll. Drei Velcros, die gegenläufig angebracht sind, bieten einem die Möglichkeit den Schuh perfekt an den eigenen Fuß anzupassen.

Die Zehenbox ist fast komplett mit Gummi besetzt, Toehooks sollen so besser kleben. Durch die X-Tension Mittelsohle ist auch der Rest des Schuhs fast komplett mit Gummi bedeckt.

Verarbeitung und Material

Bei der Verarbeitung fällt mir nichts ungewöhnliches auf. Die sichtbaren Nähte sind gerade. An den gummierten Teilen sind keine Klebestellen zu sehen und die Kanten sind einwandfrei geschliffen. Auch die Nähte im Schuh sind flach und mit der Hand kaum zu ertasten. Sehr wichtig für Leute mit langen Zehen, es gibt keine Nähte auf der Oberseite der Zehenbox, also kein drücken oder reiben auf den Zehen.
Die Zunge ist von innen mit Loricamesh bestückt, der Rest des Schuhs hat kein Futter.

Technik und Eigenheiten

Scarpa Feroce XS Grip

Scarpa Feroce XS Grip

Obwohl der Feroce ein Mix zwischen Spectro Mago und Booster ist, fallen äußerlich kaum Ähnlichkeiten auf. Aber es zählt ja bekanntlich Hubraum und nicht der Spoiler.
Beim Feroce kommt wie beim Mago und Spectro das TPS-Insert zum Einsatz. Das Toe Power Support Insert ist eine Wölbung unter den Zehen, die verhindert das sich die Zehen aufstellen. Man muss also mit geraden Zehen klettern und bringt somit automatisch mehr Kraft auf die Tritte. Für mich war es kein unangenehmes Gefühl, aber durchaus recht ungewöhnlich, vergisst man es aber nach ein paar Klettermetern.
Der Feroce ist auch im X-Tension System gefertigt. X-Tension das sind in “X” Form angebrachte Randgummis in unterschiedlichen Spannungen. Dies unterstützt den Fuß ungemein und wirkt zusammen mit dem durchgezogenen Sohlengummi der Verformung des Schuhs entgegen.
Das neue XS-Grip Gummi von Vibram findet auch hier seinen Platz. Die Gummimischung verspricht fabelhaften Grip und Sensibilität zugleich.

Technik und Innovationen bietet der Feroce wie die anderen Highend Scarpa Kletterschuhe genug. Ob diese Technikhighlights auch wirklich was bringen wird sich im Praxistest zeigen.

Klettern & bouldern

Scarpa Feroce Loecher stehen

Scarpa Feroce Loecher stehen

Wie oben schon erwähnt fühlt sich der Feroce in überhängendem Gelände wohl. Beim ersten klettern im Überhang war ich schwer geschockt, nicht weil der Schuh schlecht abgeschnitten hat, sondern weil ich noch nie solch ein Gefühl hatte. Es fühlte sich fast an als würde man sich an den Tritten heben, man klebt förmlich daran. Das liegt zum einen wohl an der guten Mischung von Vibram, aber zum Großteil eher an der Kraftübertragung auf die Zehen, was dem TPS zu verdanken ist.

Scarpa Feroce Reibung

Scarpa Feroce Reibung

Durch die mäßige Vorspannung eignet sich der Feroce auch zum Reibungsklettern, zwar ist das nicht seine Königsdisziplin, aber es funktioniert prima. Kleine Tritte sind für den Feroce kein Thema. Durch das X-Tension System behält der Schuhe in alle Richtungen seine Stabilität. Man muss durchaus Kraft auf die Zehen bringen aber der Scarpa Feroce unterstützt hierbei einwandfrei. Scarpa hat hier eine gelungene Mischung zwischen Sensibilität und Stabilität gefunden.
Neben dem TPS fand ich die Widerhacken zum hooken recht interessant. Meine Ferse füllt den Schuh komplett aus, seitlich ist aber geringfügig Luft. Also schonmal gute Vorraussetzungen fürs hooken. An normalen großen Tritten, an denen man sowieso die komplette Ferse anlegen kann, spielen diese Hookhilfen keine Rolle. Werden die Tritte kleiner oder mutieren zu Leisten, helfen die kleinen Dinger durchaus nach.

Die stark gummierte Zehenbox erfüllte auch Ihren Zweck. Toehooks waren trotz dieser Gummierung mit Gefühl zu setzen. Einzig mit der Klebekraft der Ferse und der Sohle kann Sie nicht mithalten.

Eckdaten

Konstruktion: Velcroschuh
Obermaterial: Kunstleder
Futter: Teilweise Lorica (Zungeninnenseite) sonst keins
Vorspannung: mäßig
Downturn: stark
Leistenform: asymmetrisch
Besohlung: 4,5 mm Vibram XS-Grip
Verschluss: drei Velcrostraps (gegenläufig)
Extras: TPS (Toe Power Support), Gummibesätze an der Ferse,X-Tension Mittelsohle
Farben: Parrot (rot)
Größen: 33,5 bis 45
Gewicht: 535g (bei Schuhgröße 39,5)
Preis: 129,95€

Fazit

Scarpa Feroce Kanten

Scarpa Feroce Kanten

Scarpa hat hier wirklich eine reife Leistung abgegeben. Der Schuh schlägt sich in allen Disziplinen wacker. Sensibel und doch Stark genug um den Fuß zu unterstützen. Die drei Velcrostraps bieten eine perfekte alternative zum Schnürsystem, um dem Schuh ideal an den eigenen Fuß anzupassen. Bisher dürfte ich noch kein solch präzisen Schuh an meinen Füßen gehabt haben. Die Performance an kleinen Tritten ist hervorragend genau wie das hooken mit der Ferse.
Einzig Kletterer mit breiteren Füßen dürften Probleme mit dem Schmalen Leisten haben. Passt der Fuß aber in den Schuh, sollte man noch zusätzlich darauf achten das man die Wölbung des TPS wirklich mit den Zehen greifen kann, also nicht zu eng oder locker kaufen.

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