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Test: Andrea Boldrini Apache

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Man bekommt immer mehr mit das es auch noch andere Kletterschuh Hersteller wie LaSportiva, Scarpa oder Evolv und wie sie alle heisen mögen gibt. Der Markt scheint zu boomen und jeder behauptet von sich den besten ultimativen Kletterschlappen gebaut zu haben. Nicht so Andrea Boldrini. Ein kleiner Hersteller aus Frankreich rollt völlig leise und fast unbemerkt das Feld von hinten auf. Zuerst in einer Frühjahrsausgabe der Klettern vom letzten Jahr erblickt und dann wieder vergessen. Einzig der Preis blieb im Kopf mit 145,- Euro sollte er zu Buche schlagen.

Als er dann in einem Kletterschuhtest in einer anderen Ausgabe der Klettern den Testsieg an den Evolv Optimus Prime verlor, weckte er dann doch meine Aufmerksamkeit. Hier lest ihr nun ob der Schuh wirklich sein Geld wert ist und was er tatsächlich kann.

Erster Eindruck

Andrea Boldrini Apache

Andrea Boldrini Apache

So gut können die für den Preis gar nicht sein” war mein erster Gedanke. Aber im reve-vertical, bei Glühwein und Anprobe im Dezember 2009, wurde ich eines besseren belehrt. Wendelin schlug mir vor die Schuhe direkt 2 Straßenschuhgrößen kleiner zu wählen, was ich tat. Geschmeidig fühlt er sich an fast wie eine Socke. Kein drücken nichts. Einzig die Ferse hatte ein wenig Luft. Also nochmal eine halbe Nummer kleiner. Bei 39 viel mir das einsteigen dann ein wenig schwerer, weiterhin keine Schmerzen dafür aber eine luftfreie Ferse. Soweit so gut. Die Verarbeitung ist wirklich Top, sowas erwartet man aber bei solch einem Preis, ich zumindest. Was mir direkt beim ersten anziehen ein wenig negativ aufgefallen ist sind die recht langen Velcroverschlüsse die zugezogen um einiges überstehen.

Der Schuh ist ringsum mit dem Hauseigenen Formular Gummi versehen. Also auch die Zehen box und die Ferse. Beste Voraussetzungen für die mir zugesagte “Hookwaffe”. Warten wir ab wie er sich an Fels und Plastik schlägt.

Verarbeitung & Materialien

Anstehen Sandstein

Anstehen Sandstein

Andrea Boldrini Schuhe werden ausschließlich in Frankreich hergestellt, von Hand! Keine Klebereste, alles sauber verklebt und geschliffen. Im Schuh findet sich kein Futter, nur sauber vernähtes Lorica.
Der Klettverschluss hält! Auch wenn er für meinen Geschmack etwas zu lang ist, aber dafür gibt es ja Messer. Boldrini verwendet eine eigenes Gummigemisch namens Formular Tractor,setzt also nicht auf Vibram wie viele andere größere Hersteller. Was sich durchaus lohnt, aber dazu später dann genaueres.

Performance

Leisten

Der Apache fühlt sich beim ersten einsteigen an wie ein Anfängerschuh, bequem ohne drücken und ohne Schmerzen. Trotz der asymmetrischen Leistenform und dem leichten Downturn im Zehenbereich, hat man das Gefühl eine Socke zu tragen. Wenn man dann denkt das er sich auch genauso verhält täuscht man sich gewaltig. Wir wurden ja im Dezember mit schlechtem Wetter überschüttet, so das ich den Hallentest dann doch nach vorne geschoben hab.

Das erste Stehen auf den bunten Plastikknubbeln war eine wahre Wonne, wirklich, man konnte alles spüren! Auch wenn das Gummi recht weich ist hatte ich keine Probleme mit der Kantenstabilität auf kleinen Tritten.  Am stärksten profitiert habe ich von der Sensibilität im Überhang beziehungsweise im Dach. Du spürst wann der Druck stimmt. Das Gummi klebt.
Nach der ersten Session war ich so scharf darauf den Schuh am Fels zu testen doch das schlechte Wetter blieb.

Stehen

Beim bouldern in der Halle hat der Boldrini schnell meinen Scarpa Feroce abgelöst. Toehooks lassen sich mit Ihm viel präziser setzen und auch heben, denn durch die um längen bessere Gummierung auf der Zehenbox hat man eine richtige Unterstützung vom Schuh.

Der Besuch in Cresciano und Chironico Mitte März komplettierte dann den Test. Mit einem leicht abgenutzten Schuh hatte ich immer noch Freude an den Granitblöcken im Tessin. Die kleinen scharfen Leisten und die Platten waren ein leichtes für den Schuh und die gelungene Gummimischung. Probleme hatte man bei kleinen Dullen was meines Erachtens von der doch runden hohen Zehenbox kommt. Mit dem Optimus Prime hatte ich nämlich ähnliche Probleme.

Apache beim bouldern

Apache beim bouldern

Eckdaten

Konstruktion: Velcroschuh
Obermaterial: Lorica Mikrofaser
Futter: Keins
Vorspannung: gering, ähnlich dem Evolv Optimus Prime
Leistenform: asymmetrisch
Besohlung: 4.0 mm Formula Tractor
Verschluss: Z Velcrostrap

Farben:
gelb / schwarz
Größen: 32-46

Preis: 145€ (für 135,- bei den Bergfreunden)

Fazit

bouldern

Der Apache ist ein Schuh der in Sachen Komfort und Performance seines gleichen sucht. Trotz asymmetrischem Leisten fühlt sich der Kletterschuh sehr bequem an. In punkto Hooks eine wahre Freude. Das Gummi rund um den Schuh unterstützen in jeder Lage sei es bei Reibungskletterei oder in überhängendem Gelände. Manchem mag der Preis ein bisschen hoch erscheinen, schaut man sich aber zum Beispiel Preise der anderen Topschuhe an liegt man nicht weit davon entfernt. Zudem bietet Andrea Boldrini einen Resoleservice an direkt im Haus. Für 30,- Euro bekommt man so einen fast neuen Schuh der zumindest an Form und Performance nicht wie bei anderen kaputtbesohlt wird.

Der etwas lange Klettverschluss stört Anfangs, wurde aber bei mir nach kurzer Zeit Opfer vom Cutter.

Reibung

Reibung

In kürze wird es den Apache auch als Light Version geben, der nicht so stark gummiert ist und auch günstiger zu haben sein wird.

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Quellen und Links:


3 Kommentare »

  • Neuer Blog Beitrag: Test: Andrea Boldrini Apache http://buh.bz/cua #andreaboldrini #kletterausruestung #kletterschuhe #test

  • Chris sagt:

    Hi Marcus.

    Als ich das mit dem Neubesohlen gelesen habe (auch schon mal woanders), da dachte ich mir auch gleich, das muss sich lohnen. Wenn man eine komplett neue Sohle draufkriegt ist das schon was anderes wie von einem doch eher zweitklassigem Schuster draufgebügeltes Stück Gummi.
    Was für mich noch ein bisschen fraglich ist: Immer wenn man von Andrea Boldrini´s Schuhen hört/liest, dann gehts gleich in die Superlative über und Schwärmereien sind auch schnell zu hören. Sind die wirklich sooo gut?

    Grüsse und bis zum WE
    Chris

    • Ja Chris, die Lobeshymnen sind wirklich echt und berechtigt. Klar muss ein Schuh immer erstmal passen, egal was Bekannte, webseiten oder Freunde sagen. Aber der Boldrini (egal welcher, ich hatte auch den Panthera an) Schuh schafft es anscheinend viele Füsse abdecken zu können. Wie oben schon erwähnt ist er definitv eine Anprobe wert.

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